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Mittwoch, 8. Februar 2012
Die Geschichte...



Beruf: Spieler!

oder:

Die Geschichte der rollenden Ludothek:


Arbeitslos. Dazu eine Familie mit einem Kleinkind, einem Rohbau der sich mit jedem Tag weiter von einer Fertigstellung entfernte, und kein finanzielles Sicherheitsnetz...

Also die optimalen Voraussetzungen  um sich mit einem Unternehmen selbstständig zu machen! Oder?

Eines stand bereits zu Beginn aller Überlegungen fest: Es muss was mit Spielen sein.

Ich hatte ja seit ´94 schon als Schulungsreferent für Ravensburger, neben meinem normalen Job im Spielwarenverkauf gearbeitet. Das ging sich toll aus, denn ich konnte so endlich meinen verhassten Jahresurlaub nutzbringend verbrauchen. Aber selbstständig? Womit?
 
Einen Spieleladen? Ohne Startkapital – kann nicht klappen.

Eine Ludothek! Mit Schulungen! Toll, eine absolute Marktlücke – denn so was macht kein Anderer! (Merke: Eine Marktlücke braucht aber auch Abnehmer...)

   So begann der Weg durch die Instanzen der Ämter, um vielleicht eine kleine Starthilfe zu bekommen, sei es durch ein Startdarlehen, oder eine Buchung durch die öffentliche Hand...

Aber nur wer vorhandenes Kapital erhöhen will, wird gefördert. Wer in der Kaste der Herrschenden keine guten Freunde hat..., kriegt nicht mal einen Termin.

Na, dann eben nicht!


So startete ich mit einem Kofferaum voll Spielen, um die erste Veranstaltung der rollenden Ludothek im Naturerlebnisdorf in Feistritz im Rosental durchzuführen. Die Spiele waren in der Überzahl von Ravensburger (eh klar); der Rest aus der persönlichen Sammlung.

Und der Erfolg gab mir recht! Ich bekam den Auftrag, einmal in der Woche einen Spieletag während der Sommersaison durchzuführen.

Danach folgten verschiedene Hotels, Feriendörfer, ja ganze Tourismusregionen die ich zu meinen Kunden zählen durfte!

Und man wird etwas größer...

Da die Veranstaltungen aber immer umfangreicher wurden und ich inzwischen alle wichtigen Verlage als Partner gewinnen konnte, veränderte sich auch die rollende Ludothek.
Aus dem Kombi (ein Toyota Carina mit über einer ½ Million Kilometer am Tacho...) wurde ein kleiner Transporter (wieder ein Toyota, diesmal Lite Ace) der wiederum nach wenigen Jahren gegen einen 2,8 Tonner (und wieder ein Toyota, nur diesmal ein Hiace mit ein bisserl über der läppischen ¼ Million Km am Tacho! Und prominentem Vorbesitzer: Matador Holzbaukästen!)
Nachdem der Rost (Toyotas sterben NUR durch Rost!) uns schied, kam wieder ein Hiace ins Haus, diesmal ersteigert.

Nun ist auch dieser ein Teil der Geschichte und ich habe in Ermangelung eines Nachfolgers die Marke gewechselt! 

Inzwischen habe ich mit dem Transit schon viele, viele Kilometer zufrieden zurückgelegt.

So wurde aus dem Kofferraum, damals so 50 Spiele, ein Volumen von mehreren Kubikmetern, und einigem Gewicht!

Schon fast ein kleines, "fliegendes" Spieleimperium

Inzwischen können die Besucher bei großen Spieletagen aus 500 verschiedenen aktuellen Spielen auswählen, sich bei Sonderaustellungen über exotische Spiele amüsieren, oder auch in der Bauecke der Kreativität freien Lauf lassen!

In Kärnten hat sich die Spieletour durch die Gemeinden, in Zusammenarbeit mit dem Bibliothekenverband, zu einem fixen Teil des Kulturlebens gemausert:
So kommen in Summe über jährlich über 5000 BesucherInnen zu diesen Veranstaltungen!
(...übrigens von der herrschenden Kaste noch immer unbemerkt...)

Die Spieleschulungen für Ravensburger ziehen jedes Jahr über Österreich hinweg und machen in beinahe allen Bundesländern Station.
Auch der Bereich der InStoreSchulung (mein Beitrag zum Kürzel ISS...) erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Dann noch die Betreuung der Spielenden auf den Firmenständen beim Spielefest, bei Spieletagen und Messen in Österreich und Deutschland...

Und die nächsten Ziele?

Nun nachdem sich die Menge an Spielen im Fundus verselbstständigt hat, den zu dem aktuellen Fundus der rollenden Ludothek, gesellte sich eine veritable Sammlung an gebrauchten Spielen.
Teils angeschafft (...ach diese Flohmärkte..., von manchen kam ich mit 50 Spielen heim!), zum anderen geschenkt („hot uns net gfolln, do host!“) und vieles, das einfach aus dem Fundus ausgemustert wurde, weil das Spiel nicht mehr erhältlich war.
Da diese Spiele aber ein anderes Los als die Altpapierpresse verdient haben (Wer Bücher, oder Spiele, vernichtet, ist schlicht und ergreifend ein Barbar!), ist es mein Ziel, in Kärnten ein Spielemuseum zu gründen.
Wenn die Kultur und Bildungspolitik den Stellenwert des Spiel für den Menschen erkennt, wird dieser Traum hoffentlich in Erfüllung gehen.
Es sollte dies ein Ort sein, an dem die Menschen das MITEINANDER (!) spielen wiederentdecken können!
Zentral in Kärnten gelegen, aber vor allem, sollte sich auch wer um die Besucher kümmern.
Aber mal sehen...